Am Samstag, 26. September, erwartet uns dort ein abwechslungsreiches Programm mit Grachtenfahrt, Mittagessen (ohne Getränke), Stadtführung durch die historische Altstadt und Museumsbesuch. Der Preis beträgt 43 Euro pro Person. Hinzu kommen für Teilnehmerinnen und Teilnehmer ohne Deutschlandticket noch die Fahrtkosten mit der Bahn in Höhe von 17 Euro. 

Für die Organisation haben sich wieder zwei unserer Mitglieder zusammengetan: Horst Welke kümmert sich um die Bahnfahrt, Lutz Wendler um das Programm vor Ort und die Organisation des Restaurants. Ganz herzlichen Dank! 

  • Hinfahrt: Treffen am Bahnhof Dammtor um 8:10 Uhr, Gleis 3, Abschnitt C (Abfahrt des Zugs Richtung Friedrichstadt: 8:21 Uhr)
  • Rückfahrt: 17:02 Uhr ab Friedrichstadt, Ankunft in Hamburg 18:37 Uhr 

Die Überweisung des entsprechenden Betrages (43 € für Teilnehmer, die ein Deutschland-Ticket besitzen und 60 € für alle, die ein Tagesticket benötigen) bitte bis spätestens 18. September auf das Konto des Deutsch-Dänischen Vereins in Hamburg, IBAN: DE89 2003 0600 1000 5325 59. 

Den Westwind und einige Regenschauer konnten wir auch am Samstag den 13. Juni 2026 spüren. Ich bin sehr glücklich über euren Besuch. Hier habe ich eine kurze Zusammenfassung und Ergänzung zu meiner Stadtführung – auch für diejenigen die leider nicht dabei waren:

1867 wurde Schleswig-Holstein preußische Provinz. Heide bekam 1870 von Wilhelm I. die Stadtrechte verliehen.  Das war vor 156 Jahren. Heute zählt Heide ca. 22.000 Einwohner und ist Kreisstadt von Dithmarschen.

Das Kreiswappen zeigt auf rotem Grund den Reiter das Schwert schwingend auf einem galoppierenden Pferd mit dem Schweif nach oben. 1970 wurden Norder- und Süderdithmarschen zusammengelegt. Der einzige Unterschied im Wappen war der Schweif des galoppierenden Pferdes. Der Ursprung geht auf das ehemalige Siegel der selbstständigen wehrhaften Bauernrepublik Dithmarschen zurück.

Das Stadtwappen zeigt den heiligen St. Georg in seiner silbernen Rüstung als Drachentöter auf rotem Grund.  Er war schon für die Ritter ein Schutzpatron, später auch für Kirchen und Krankenhäuser. St. Jürgen ist die plattdeutsche Bezeichnung für St. Georg. Deshalb haben wir in Heide die "St. Jürgen Kirche".

Hier ist noch einmal die Erklärung zur Stadtgeschichte am Stadtbrunnen: 1404 ist Heide Versammlungsplatz der umliegenden Kirchspiele in der neutralen Mitte. Schon vor über 500 Jahren hatte Dithmarschen auch außenpolitisch friedliche Handelsbeziehungen mit Verbindungen zu den Hansestädten. 1434 wird "uppe de Heyde" das erste Mal urkundlich erwähnt. Ein Handelsvertrag mit Hamburger und Heider Siegel. Der Vorwurf der Piraterie hatte dazu geführt, dass in Dithmarschen ein neutraler Ort für den Handel entstand.

Hatten die Südstrander am Elbufer durch Feuerzeichen Handelsschiffe zum Kentern gebracht? Das Strandgut war die Beute?

"Uppe des Heyde bi Rüsdorp" wurde durch die zentrale Lage und das Zusammentreffen der Hauptstraßen zum Versammlungsort, Gerichts- und Marktplatz. 48 auf Lebenszeit gewählte Regenten versammelten sich wöchentlich als Selbstverwaltungsorgan der Bauernrepublik Dithmarschen.  Jeweils 12 Regenten kamen aus den Wester-  Öster- Middel- und Meldorp-Dövden.  Süderdithmarschen (Strandmanns-Dövd) kamen nicht.  Deshalb waren es nur die "Achtundvierziger".

Die Dövde waren Wehrbezirke. Dithmarschen war eine sichere Insel von Wasser umgeben. Genossenschaftliche Zusammenschlüsse für die gemeinsame Arbeit beim Deichbau hatten sich gebildet. "Republic Dithmarsia" gehörte zum Erzbischoftum Bremen. Der Einfluss war gering und ohne Abgaben. Dithmarschen war die Schweiz des Nordens.

Dithmarschen hat sich stets selbst verteidigt. In der Schlacht bei Hemmingstedt schlugen sie mit dem Volkshelden Wulf Isebrand die Dänen im Jahre 1500 in die Flucht.

Telse aus Wöhrden mit der Fahne in der Hand sprach den Dithmarscher Bauern Mut zu. Sie verschanzten sich sicher im feuchten sumpfigen Marschland bei Hemmingstedt, ursprünglich auch "Hölle" genannt. Der Feind ertrank im auflaufenden Wasser in der Flut. Der Dänische König Johann der I. und Herzog Friedrich konnten fliehen. Ein Denkmal auf der "Dusenddüvelswarf" erinnert an die Schlacht.

In der letzten Fehde 1559 haben die Dithmarscher ihre Freiheit verloren. Der Dänische König Friedrich der II. begann seine Regierung mit der Unterwerfung Dithmarschens in der letzten Fehde. Danach ließ er sich in Kopenhagen krönen und trat zur evangelischen Kirche über. Er räumte den Dithmarschern Sonderrechte ein. Das Dithmarscher Landrecht blieb bestehen. Die Frauen waren erbberechtigt und durften mitbestimmen und es bestand keine Wehrpflicht für die Dithmarscher. Es waren friedliche Zeiten. Die Ruhe des Nordens.

Frühlingsfest "Hahnebeer"
Die Feldgemeinschaften und Stadtteile sind in selbstverwaltete Eggen eingeteilt. Die kleine Westeregge ging aus wirtschaftlichen Gründen 1700 in Norder- und Süderegge auf. Im Februar wurde abgerechnet und jede Egge hat sein eigenes Eggenfest.

Klaus Groth
Klaus Groth, geb. am 24.04.1819, hat sich als Sohn eines Müllers in Tondern zum Lehrer ausbilden lassen. Er war Lehrer und Dichter des 19. Jahrhunderts und Ehrenbürger der Stadt Heide.

Tourist –Info mit Webcam
Wohn- und Geschäftshaus aus dem 19.  Jahrhundert. Hier lebte Jacob Friedrich Elvers 1756 bis 1838. Elvers ist Kaufmann und Landesbevollmächtigter "Dannebrogsmann". Seit 1670 war seine Familie schon im Tee- und Gewürz- und später im Eisenwarenhandel in Heide. Elvers war Förderer des Heider Gemeinwesens und Stifter der Armenschule und Bürgerschule in Heide.

Älteste Apotheke von 1631
Zwei Apotheker kamen von Tönning und beginnen mit dem schillernden Namen "Papageien Apotheke". Erst als der goldene Hirsch 1815 als zweite Apotheke auf Markt erscheint, trumpft man als Löwe auf. Die Zweite Apotheke in Heide am Markt war 1815 die erste Praxis des Dr. Heinrich Postel aus Schweden "Zum Goldenen  Hirsch".

Wilhelmine Postel
Wilhelmine (Minna) Postel ist 1844 in Heide geboren. Dank eines großen Familienerbes aus dem Holzhandel in Schweden ließ Wilhelmine Postel 1893 das Postelheim erbauen. Es wurde Kultur- und Bildungsstätte und ist heute die Volkshochschule. In Erinnerung geblieben ist ihr kultivierter Lebensstil und der lobenswerte Einsatz für Bedürftige. Ebenso ihr großzügiges Vermächtnis: 1933 überschrieb sie das Haus und Grundstück der Stadt Heide. Es wurde Rathaus mit Sitzungssaal 1938 bis 1960. Das heutige neue Rathaus wurde im alten Garten des Postelheims gebaut. Auf dem Rathausdach haben wir alles von oben gesehen.

Bier-Brauerein, Schnapsbrennereien, Gasthäuser und Bäckereien an jeder Ecke, alles zum täglichen Gebrauch wurde selbst hergestellt. Es gab noch keine Läden, alles wurde auf dem Marktplatz verkauft. Heide wurde innerhalb kürzester Zeit zum Mittelpunkt der selbstständigen Bauernrepublik.  Zentrales Denken und Handeln aller Bürger zu allen Zeiten, zukunfts- und gewinnorientierte Händler und Handwerker prägen den Ort. Seit über 500 Jahren findet hier immer noch auf dem größten unbebauten Marktplatz Deutschlands jeden Sonnabend der Wochenmarkt statt. Die 4,7 Hektar große unbebaute Fläche ist seit dem Jahre 2000 unter Denkmalschutz gestellt.

Wasserturm
Der Wasserturm ist das Wahrzeichen von Heide. Es führt ein Fahrstuhl nach oben. Die 23 Stufen auf der Wendeltreppe führen in das Trauzimmer. Im Erdgeschoss ist ein Aufenthaltsraum zum Empfang und Bewirtung der Gäste eingerichtet. Er ist 45,7 m hoch – und war höchster Wasserturm Schleswig-Holsteins. Der Wasserturm war lange Zeit Pilgerort für Ingenieure und ist das Lebenswerk Dr. Julius Lammers – er war damals Chef des Heider Krankenhauses.

Im Sommer 1901 brach erneut Typhus aus. Im Oktober 1902 waren die Rohrleitungen für die Wasserversorgung gelegt. 1903 waren alle Haushalte angeschlossen. 1911 war die Vollkanalisation fertiggestellt.

Um 13.00 Uhr haben wir im Wasserturm Restaurant dann unser wohl verdientes gemeinsames Mittagessen genossen. Dann mussten wir doch wieder weiter. Das Wetter war zum Glück etwas besser geworden und wir besuchten die "Museumsinsel Lütten Heid".

Brahms-Stamm Haus in Heide
Für Johannes Brahms war Lütten Heid die Heimat seines Vaters. Hier verbrachte er seinen Lebensabend und hat die Gedichte von Klaus Groth in freundschaftlicher Zusammenarbeit mit ihm vertont. Sein Vater Johann Jacob Brahms (1806 bis 1872) ließ sich in Wesselburen zum Komponisten ausbilden und hat in Hamburg sein Glück gemacht. Johannes Brahms ist 1833 in Hamburg geboren und ist berühmt als Komponist, Dirigent und Pianist.

Justus Frantz war als Intendant des Schleswig-Holsteinischen Musikfestivals in Heide im Tivoli. 1987 hat die damals neu gegründete Brahms-Gesellschaft auf Initiative von Justus Frantz das Haus erworben und in diesen historischen Zustand zurückversetzt.

Im Museum hat unsere liebe Evita uns dann herumgeführt. Auch das Klaus Groth Geburtshaus haben wir besichtigt.

Wichtig war mir auch noch das Dithmarscher Landrecht. Deshalb habe ich einen Ausschnitt zusammengefasst: Am 13. Februar 1447 wird auf dem Heider Marktplatz das erste Dithmarscher Landrecht verkündet. § 70 bezieht sich auf den Heider Marktfrieden. Garantierte Sicherheit für Händler und Besucher des Marktes jeden Sonnabend bis 13.00 Uhr. Wer den Markt besucht, muss die Waffen abgeben. Die Friedenspflicht ist festgeschrieben. Wer den Marktfrieden stört, muss 60 Mark zahlen – was dem Jahreslohn eines Schreibers entspricht. 1 Mark = 300 kg Getreide.

Dithmarscher Landrecht Bußgelder:

  • 100 Mark bei Totschlag – straffrei im Zweikampf – zur Blutrache – während einer Fehde
  • 200 Mark bei Totschlag im Sonderfrieden zu Marktzeiten, Versammlungszeiten und Erntezeiten

Frauen, Regenten und Pilger sind unter Schutz gestellt. Uneheliche oder vogelfreie Personen waren schutzlos.

Sehr schön war dann noch unser gemeinsames Kaffeetrinken im Wasserturm Restaurant, obwohl wir nicht so viel Zeit hatten. Der Zug für die Rückfahrt nach Hamburg fuhr um 17.02 Uhr.

Viele Grüße von Monika und Bernd Carstens

 

Foto: © Museumsinsel Lüttenheid Heide

 

Eigentlich war für den Nachmittag danach ein Besuch im Trapholt Museum oder optional ein Abstecher ins Einkaufszentrum geplant, doch das Schicksal hatte andere Pläne für uns. Unser Bus erlitt eine Panne, die zwar zu- nächst für einige Aufregung sorgte, uns letztlich aber nicht die Laune verder- ben konnte. Denn stattdessen verbrachten wir einen unerwartet schönen Nach- mittag in einer lebhaften Straße voller Restaurants und Cafés in einer Stadt, die davon abgesehen schon voll im Wochenend-Modus war.

Am späten Nachmittag ging es dann weiter nach Christiansfeld, wo wir in zwei Gruppen aufgeteilt im Brødremenighedens Hotel und im nahegelegenen Scandic Hotel in Kolding eincheckten. Der Tag klang mit einem gemeinsamen Abendessen in geselliger Runde aus. Bei hervorragendem Essen und angereg- ten Gesprächen genossen wir die Gastfreundschaft des Hotels und natürlich auch wieder die Qualität der dänischen Küche.

Kultur und Kulinarik in Christiansfeld

Nach einer ruhigen Nacht und einem reichhaltigen Frühstück im Hotel stand der Vormittag zur freien Verfügung. Einige von uns nutzten die Gelegen- heit, um einen Gottesdienst zu besuchen, bevor wir uns zu einem geführten Stadtrundgang in Christiansfeld trafen. Und auch diese Führung war absolut faszinierend, auch diese Fremdenführerin war einfach brillant. Christiansfeld, das 1773 von der Herrnhuter Brüdergemeine gegründet wurde, ist berühmt für seine einheitliche Architektur und den einzigartigen Stadtplan, der die christ- lichen Ideale der Gemeinschaft widerspiegelt. Die Stadt ist so gut erhalten, dass sie 2015 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Obwohl sonntags nicht viel los war und die Gebäude auf den ersten Blick vielleicht unspektakulär wirkten, entfaltete sich deren wahre Schönheit durch das Wissen, das uns unsere großartige Führerin vermittelte. Die Geschichte der Kirche, der Bruderschaften, der Häuser und des Friedhofs wurde uns eindrucksvoll nähergebracht und hinterließ einen tiefen Eindruck.

Zum Mittagessen kehrten wir im Thystrup Kro ein, wo uns eine Frokost- platte serviert wurde, die einmal mehr unter Beweis stellte, dass die dänische Küche ein reicher, vielschichtiger und gleichzeitig angenehm feiner Genuss ist. Und wie hübsch das Essen aussah! Wir alle könnten mühelos als Food-Influen- cer durchstarten, wenn jede Mahlzeit in unserem Leben so großartig wäre (und wenn wir sie dann auch immer auf Instagram zeigten).

Gegen 15 Uhr traten wir schließlich die Rückreise nach Hamburg an. Am Abend erreichten wir wohlbehalten, satt und erfüllt von den vielen Eindrücken Hamburg. Ein großer Dank gebührt natürlich unseren beiden Guides, die die Tage so besonders gemacht haben, unserem Busfahrer, der die Panne souverän meisterte und uns sicher nach Dänemark und zurück brachte – und Bruno, der trotz großer Hürden und organisatorischer Mühen das Wochenende organisiert hat. Danke, Bruno – mange tak! Wir freuen uns schon auf die nächste Reise!

Das erste Highlight der Tour ist dann der grandiose Blick über Sonderburg von der Aussichtsplattform des Steigenberger Alsik-Turms. Bei strahlendem Sonnenschein können wir aus der Vogelperspektive den Hafen, die alte Brücke, das Schloss und sogar die Düppeler Mühle bestaunen.

Nach dem Essen im Restaurant Colosseum informiert uns Hanne Iversen, eine junge, gut vorbereitete Frau, bei einer Führung durch Schloss Sønderborg über die Geschichte des Schlosses, die als kleine Wehranlage (Trutzburg) auf einer Sandbank im Sund begann. Dort bewachte die Burg, die in mehreren Phasen vergrößert wurde, seit dem 12. Jahrhundert die südliche Einfahrt des Alssund. Die vierflüglige Schlossanlage im Stil der Renaissance entstand unter König Christian III. und Königin Dorothea (1550-1570). Die vielen Gemächer des Schlosses zeigen Ausstellungen über die Geschichte des Grenzlandes, den 64iger Krieg und den ersten Weltkrieg. Beeindruckend sind auch der Rittersaal und die Fürsten-Kapelle, gestaltet von Königin Dorothea. Nach 1867 diente das Schloss als preußische Infantriekaserne.

Am späten Nachmittag geht es weiter zum Deutschen Museum in Nordschleswig. In der preußisch-deutschen Periode zwischen 1864 und 1920 unterhielt die kaiserliche Marine im damaligen Sonderburg einen Stützpunkt. Bei der Volksabstimmung 1920 stimmten die Bewohner mehrheitlich für den Verbleib bei Deutschland. Als Teil der nördlichen Abstimmungszone (es wurde in der nördlichen Zone en bloc abgestimmt, in der südlichen gemeindeweise) fiel die Stadt jedoch an Dänemark. Im Museum wird die wechselvolle Geschichte dieses Grenzlandes, die Kultur und der Alltag der deutschen Minderheit durch den Leiter des Museums, Hauke Gella, eloquent und kenntnisreich nachgezeichnet. Es geht um dänische und deutsche Identität, sehr oft unter dem Motto von Goethes Faust: „Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust.“  Im Begleittext des Museums heißt es dazu: „Im groben Ganzen sind wir heute bei diesem Punkt angekommen:  Akzeptierte Bürger des dänischen Staates und Teil der Gesellschaft zu sein und gleichzeitig einen wie auch immer deutsch geprägten Kern behalten zu haben. Ob damit die Identitätsfindung der Minderheit abgeschlossen ist?“

Eine Fülle von Exponaten, auch aus der jüngsten Zeit, demonstrieren auch die Verbundenheit mit den Leuten südlich der Grenze, als man über den umstrittenen Schweinezaun Volleyball spielte, oder wie sich dänische Traditionen mit deutschen mischen, am Beispiel der Abiturientenmützen und der Schultüten. Ein Museum, das zum Mit- und Nachdenken anregt!

Nach einer Übernachtung im Hotel 6400 (Name in Anlehnung an die Postleitzahl von Sonderburg) beginnt der Sonntag mit einer Besichtigung der Sct. Marie Kirke, in der auch die Spende eines Schiffsmodells zu sehen ist, das die Vorfahren Jürgens gespendet haben.

Weiter geht es nach Gråsten Slot (dt. Gravensten, wo der gleichnamige Apfel seinen Ursprung hat, der angeblich von einem Ahlefeldter, einem früheren Besitzer, als Steckling geklaut wurde). Mitglieder der königlichen Familie verbringen regelmäßig im Sommer ein paar Wochen auf dem Schloss. Steen Jørgensen führt uns durch den Schloss- und den Küchengarten und würzt seine humorigen Ausführungen und Erklärungen mit witzigen Anekdoten. Von sich selbst behauptet er, sein Deutsch dem Fernsehen zu verdanken und noch nie eine deutsche Grammatik in der Hand gehabt zu haben. Der Garten ist seit 1921 in staatlichem Besitz und wurde 1935 Kronprinz Frederik und seiner Frau Ingrid geschenkt. Ingrid gestaltete ihn als englischen Landschaftsgarten mit großen Blumenrabatten, die so umfangreich sein sollten, dass man einen Strauß pflücken konnte, ohne dass man es der Rabatte ansehen konnte. Die Rhododendren stammen aus Ingrids Heimat Schweden. Ein Spaziergang auf den verschlungenen Wegen bietet immer wieder wunderbare Ausblicke in die Landschaft, die Seen und die Bäche.

Als der Garten durch einen großen Pavillon, den man aber nicht direkt auf das Gelände befördern konnte, ergänzt werden sollte, fragte man höflich bei der Armee an, ob nicht zufällig eine Übung mit dem Schwerlast-Helikopter geplant sei. Und zufällig war das tatsächlich der Fall.

Nach einem Ondit soll die kleine Margrethe, heute Königin, an einem Soldaten, der pflichtschuldigst präsentierte, am Wachthäuschen vorbeimarschiert sein. Das gefiel ihr so gut, dass sie immer wieder hin und zurück ging, was den armen Kerl arg ins Schwitzen brachte. Nur dem König gefiel das nicht, und der Soldat brauchte fortan nicht mehr zu präsentieren.

Beim Rundgang kommen wir auch an einer 350 Jahre alten Eiche vorbei, unter der schon Hans C. Andersen gesessen hat und alle Gutgesinnten können noch heute den Abdruck seines Allerwertesten erkennen. Dort soll er das traurige Märchen „Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern“ geschrieben haben.

Die Kirche des Schlosses ist allen Gemeindemitgliedern zugänglich, jeden Sonntag ist Gottesdienst, es werden Taufen abgehalten und Margrethe „strahlt dann wie die Sonne“, sagt Herr Jørgensen.

Eine kleine Kuriosität zum Schluss: In einem der Seitenflügel des Schlosses, in dem auch H. C. Andersen (natürlich mit dem berühmten Koffer mit Seil) ein Zimmer hatte, sind aus Symmetriegründen die Fenster des Schlosses nur aufgemalt.

Der Küchengarten, ein Produktionsgarten, stand ursprünglich nur der königlichen Familie zur Verfügung und versorgte die königliche Küche bis zum Tod von Königin Ingrid im Jahre 2000 mit frischem Obst und Gemüse. Die Grundidee war: „Von der Erde zum Tisch.“ Nach 2020 ist der Garten für die Öffentlichkeit zugänglich. Auf vielen Beeten gedeihen Kohlsorten, Mohrrüben, Erdbeeren (auch bei den Besuchern beliebt) und Küchenkräuter. Die Bewirtschaftung wird auch von der Kommune Sønderborg mitgetragen, die dafür sorgt, dass auch Menschen mit Handicap durch Arbeit im Garten integriert werden. Nach Abreise der königlichen Familie gehen die Gartenprodukte an Heime und andere soziale Einrichtungen.

Ein Café und eine Butik, auch bei DDVlern wegen der schönen Geranien sehr nachgefragt, runden die Anlage ab. Man hält dort sogar Pflanzen für Hochzeitstage (Torkild!) vorrätig.

Letzter Abschnitt unseres Programms: Wir begeben uns auf eine Zeitreise durch die Geschichte des Industriemuseums Kupfermühle.

Susanne Rudloff, die sympathische Museumsleiterin, ist von ihrer Tätigkeit begeistert und kann diese Begeisterung auch auf die Zuhörer übertragen. In den Werkhallen, die heute Museum sind, wurde bis 1962 produziert. Die Schließung kam „über Nacht“ durch den rasanten Verfall des Kupferpreises. Gründer des Werks war der dänische König Christian IV. Die Hütte hatte einen idealen Standort. Durch das starke Gefälle der Krusau (auch bei Trockenheit durch Grundwasser gespeist) stand immer Energie zur Verfügung, die Erze kamen aus den zu Dänemark gehörenden skandinavischen Ländern (u. a. Falun, Røros) und der Hafen von Flensburg lag für die Einfuhr der Rohstoffe sowie die Verschiffung der Erzeugnisse vor der Tür. Zudem kann Kupfer „kalt“ verarbeitet werden. Produziert wurden Massenprodukte wie Bleche für Kirchendächer und Schiffsrümpfe, aber auch viele Haushaltsgegenstände aus Messing. Beliefert wurde der internationale Markt. In der ersten Halle steht ein interessantes Ausstellungsobjekt, das Modell der Fregatte Jylland, deren Rumpf mit Kupferblechen beschlagen ist, um den Schiffsbohrwurm, der die Holzplanken zerlöchern würde, abzuhalten. Doch die Larven dieser Muschel, winzig klein, konnten durch die Bohrungen für die Kupfernägel schlüpfen. Erst mit einer Filzunterlage unter den Kupferplatten konnte man die Schädlinge abhalten.

In den folgenden Hallen stehen riesige Verarbeitungsmaschinen mit ihren massiven Transmissionsriemen und das gewaltige Hammerwerk, das wir bei der Arbeit bewundern dürfen, angetrieben durch das mächtige Wasserrad.

Die Fülle der Informationen an beiden Tagen mag bei dem einen oder anderen aber auch die Vorstellung eines anderen Rades, des Mühlenrades, hervorgerufen haben. Sie stammt von dem schon oben zitierten Goethe: „Mir wird von alledem so dumm, als ging mir ein Mühlrad im Kopf herum.“

Deshalb waren nach der eindrucksvollen Führung natürlich nicht nur ein paar geistige Dehnübungen durch anregende Gespräche angesagt, sondern auch ein großes Stück Trümmertorte und Kaffee.

Überhaupt, die Verköstigung auf der Reise mit Frokost und großem Menü am Abend: Da jubilierten die Cholesterinchen und Kilochen und vom David des Michelangelo entfernte man sich nach diesen üppigen Mahlzeiten figürlich immer weiter, leider. Natürlich geböte es die Sittlichkeit, den Blick nur über den Oberkörper Davids gleiten zu lassen, aber wir wollen doch nicht allzu moralinsauer daherkommen.

„Leben ist nicht genug, sagte der Schmetterling, Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu.“ (H. C. Andersen) Und ich ergänze: Auch eine Reise nach Dänemark darf nicht fehlen. Was hilft gegen den Abschiedsschmerz? Vielleicht die Vorfreude auf die nächste Tour, die doch offensichtlich allen Teilnehmern ins Gesicht geschrieben ist, oder?

PS 1: Sollte sich ein Fehler eingeschlichen haben, so war der natürlich absichlich, denn nur Gott kann perfekt sein und wer möchte den schon verärgern?

PS 2: Dieser Text wurde - garantiert - nicht mithilfe von KI (Künstliche Intelligenz), sondern durch AND (Angeborene Natürliche Dummheit) verfasst.