Was wir vorhaben

Anreise per Bahn: Abfahrt um 9:10 Uhr ab Hamburg Dammtor, Ankunft in Glückstadt um 9:59 Uhr

Stadtführung: Rundgang durch den historischen Stadtkern „Auf den Spuren Christian IV.“

Mittagessen im Restaurant Christian IV. – wahlweise „Matjes satt“ oder à la carte

Besuch im Detlefsen-Museum – regionale Geschichte zum Anfassen

Kaffeepause nach Lust und Laune in einem der hübschen Cafés am Markt oder Hafen

Rückfahrt: 18:09 Uhr ab Glückstadt, Ankunft am Dammtor 18:50 Uhr

 

Kosten

• Stadtführung: 3 €

• Mittagessen: 27,90 € (Getränke extra)

• Museum: ca. 10 €

• Bahnfahrt: kostenlos mit dem Deutschland-Ticket, sonst ca. 11–15 € mit SHTicket

• Insgesamt: etwa 41 € (mit Deutschland-Ticket) bis 56 € (mit SH-Ticket)

 

Kommt mit uns ins Glück – wir freuen uns auf einen genussvollen, geschichtsträchtigen und fröhlichen Tag in Glückstadt!

Heute widmet er sich ganz dem Schreiben von Büchern – darunter Krimis, Thriller und Sachbücher, die sich oft an realen Ereignissen orientieren. Seine Erfahrung zeigt: Die besten Krimis schreibt das Leben selbst. Seine bisherigen Werke reichen vom Fußballkrimi „FoulSpieler“ über den Politthriller „Akte B.“ bis zur Anthologie „MEER MORD – Kutter, Küsten und Kanaillen“, deren Erlöse der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger zugutekamen. Nun ist im September 2025 sein neuer Roman: „Grethe und der Deutsche“ erschienen.

Über das Buch

Die junge Dänin Grethe ist noch keine 18 Jahre alt, als sie im Spätsommer 1940 – wenige Monate nach der Besetzung Dänemarks – dem deutschen Marinesoldaten Kurt begegnet. Was als Zufall beginnt, wird zu einer großen Liebe, die stärker ist als alle Vorurteile. Doch Grethe muss für diese Liebe kämpfen – gegen Ressentiments im eigenen Land, gegen die harte Realität der Besatzung und schließlich gegen politische Entscheidungen nach dem Krieg.

Grethe setzt alles daran, Kurt vor der Auslieferung an die Russen zu retten. Sie kämpft in Schweden bei Medien, Kirchen, dem Roten Kreuz und sogar bei der legendären Diplomatin Aleksandra Kollontai. Schließlich erreicht sie das Unglaubliche: die Genehmigung zur Hochzeit im Internierungslager – die einzige dokumentierte Eheschließung mit einem deutschen Kriegsgefangenen in einem dänischen Lager. Es ist die wahre Geschichte einer jungen Frau, die Liebe über Hass stellt, die trotz persönlicher Verluste niemals aufgibt – und die im Schatten der Geschichte ein Stück Hoffnung und Menschlichkeit bewahrt.

Der Abend

Manfred Ertel liest aus seinem Roman, erzählt von den historischen Hintergründen und den Recherchen, die hinter dem Buch stehen, und lädt anschließend zum Gespräch ein. Ein Abend voller Literatur, Zeitgeschichte und persönlicher Begegnung – mitten im Herzen der deutsch-dänischen Gemeinschaft in Hamburg.

 

Montag, 15. September 2025
19:00 Uhr
Dänische Seemannskirche
Ditmar-Koel-Straße 2
20459 Hamburg

 

Anmeldung bitte bis zum 8. September an info@ddverein.de.

Charlotte Christensen, die 1996 die große Retrospektive zu Jens Juel im Museum für Nationalgeschichte in Frederiksborg kuratierte, bringt eine einzigartige Perspektive mit. Mit ihrem Hintergrund – Studium an der Universität Kopenhagen, Stationen im Kunstmuseum Aarhus, in der Ny Carlsberg Glyptotek und im Design Museum Denmark sowie als Direktorin der Kunstforeningen in Kopenhagen – gehört sie zu den führenden Expertinnen für dänische Kunst- und Kulturgeschichte. Als Autorin verfasste sie Monografien über Jens Juel, Nicolai Abildgaard und Carl Gustaf Pilo sowie eine Revision der Sicht auf die dänische Malerei des 19. Jahrhunderts: Guldalderens Billedverden („Die Bildwelt des Goldenen Zeitalters“). Im Mai 2025 ist eine Veröffentlichung ausgewählter Artikel von ihr über die Kunst des 18. Jahrhunderts im Verlag Gyldendal geplant.

Ihr Vortrag beleuchtet nicht nur Juels Leben und Werk, sondern stellt es auch in den Kontext seiner Zeit, etwa die skurrilen Hofgeschichten um König Christian VII., die tragische Liebesgeschichte zwischen Königin Caroline Mathilde und dem deutschen Leibarzt Johann Friedrich Struensee sowie Juels Rolle als Professor an der Akademie der Bildenden Künste in Kopenhagen, von wo aus er unter anderem auch Caspar David Friedrich und Philipp Otto Runge inspirierte.

Ein Abend, an dem Geschichte, Kunst und Kultur auf faszinierende Weise lebendig werden.

Wir freuen uns auf euch!

Donnerstag, 20. Februar 2025
19:00 Uhr
Dänische Seemannskirche
Ditmar-Koel-Straße 2
20459 Hamburg

 

Anmeldung bitte bis zum 17. Februar an info@ddverein.de.

Das markante Schulgebäude des Christianeums ist eines von nur acht Bauwerken in Deutschland, die Jacobsen entworfen hat. Gemeinsam mit seinem Kompagnon Otto Weitling schuf er ein architektonisches Meisterwerk, das den humanistischen Gedanken nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch aufgreift. Ihr Entwurf für das Christianeum sollte ein Umfeld schaffen, das sowohl gemeinsames Erleben als auch konzentrierte Arbeit fördert. Dabei wurden die Vorzüge der damals schulbautypischen Pavillons in eine umfassende Gebäudestruktur integriert, die die pädagogischen Ziele und Werte des Christianeums architektonisch verkörpert. 

Während der Führung werden wir die charakteristischen Merkmale des Gebäudes erkunden, von den klaren Linien und funktionalen Räumen bis hin zu den harmonischen Proportionen, die Jacobsens Vision einer idealen Lernumgebung verkörpern. Unser Guide wird uns durch die Geschichte und die architektonischen Besonderheiten des Christianeums führen und dabei spannende Einblicke in das Leben und Werk von Arne Jacobsen geben. 

Wir freuen uns sehr auf die Führung – und natürlich das Beisammensein danach! Lutz Wendler hat für uns einen Tisch im Clubheim des Grossflottbeker Tennis- Hockey- und Golf-Clubs e.V. (Otto-Ernst-Straße 32) reserviert. 

 

Donnerstag, 19. September 2024
18:00 Uhr
Christianeum Hamburg
Otto-Ernst-Straße 34
22605 Hamburg

 

Um Anmeldung wird gebeten bis zum 15. September unter info@ddverein.de.

 

Foto: © Katharina von Hoefs 

 

Wir werden den Flagshipstore im Juni besuchen. Dort zieren historische Fotos mit Erklärungen aus der Unternehmenshistorie die Wände und verraten schon viel über die spannende Geschichte. Shop-Managerin Krista wird uns eine kompetente Führung durch Historie, Nachhaltigkeit und Designs von Carl Hansen & Søn geben. Das Ladenlokal liegt im Herzen der Hamburger Innenstadt, nur einen Steinwurf entfernt vom Jungfernstieg und gut erreichbar mit U- und S-Bahn.

 

Donnerstag, 20. Juni 2024
19:00 Uhr
Carl Hansen & Søn
ABC-Straße 10
20354 Hamburg

 

Um Anmeldung wird gebeten bis zum 17. Juni unter info@ddverein.de.

 

Foto: © Carl Hansen & Søn/Peter Fehrentz

 

Zuvor führte Torkild Hinrichsen in die jütländische Heidekultur ein und würdigte den Dichterpfarrer Steen Steensen Blicher (1782–1848) in seiner vielseitigen Autorenleistung und seinem unglücklichen Privatleben mit steten Schulden, nicht funktionierendem Betrieb seines Pastorenhofes, seiner Ehe mit der Witwe seines Onkels und den insgesamt zu versorgenden etwa 14 Kindern.

Sein Schicksal war auch wesentlich bestimmt von den politischen Umwälzungen der Napoleonischen Zeit und ihren Folgen für Dänemark: dem Krieg mit England, den Angriffen auf Kopenhagen und dem Staatsbankrott von 1813, der Blichers Vermögen verschlang und ihn zum lebenslangen auf steter Flucht befindlichen Unglücklichen machte, der modernste Forst- und Landwirtschafts- artikel schrieb, die ebenso wenig Geld brachten wie seine 340 lyrischen Werke, die zum dänischen Dichtungssatz des „Gulalderen“ gehören, des dänischen goldenen Zeitalters von Malerei und Poesie zwischen 1810 und 1864.

So warf er sich auf Novellen, die sich in Zeitungen und Zeitschriften gegen Honorar veröffentlichen ließen. In 25 Jahren entstanden 95 (!), die alle auch kurz nach Erscheinen in deutschen Übersetzungen zu finden waren.

Ein Schwerpunkt seiner Novellen sind die jütländischen Geschichten aus den Heidegebieten, deren Möglichkeiten zur landwirtschaftlichen Nutzung er voraussah und einleitete. Damit in engem Zusammenhang stehen seine Bemühungen um den jütländischen Dialekt, was z. B. in der Geschichte „Die Strickstube“ auch sprachlich umgesetzt wird.

Blicher ahnte aber auch die künftigen Schwierigkeiten mit Deutschland, so das Schleswig-Holsteinische Problem, er starb jedoch vor Ausbruch des Krieges 1848/51 und der Erhebung Schleswig-Holsteins. Neben seinem unvergleichlichen dichterischen Werk ist Steen Steensen Blicher auch bekannt für die Schaffung des nationalen Himmelbergfestes, das auf dem größten dänischen Hügel bei Silkeborg (147 m) stattfindet.

Eigentlich war für den Nachmittag danach ein Besuch im Trapholt Museum oder optional ein Abstecher ins Einkaufszentrum geplant, doch das Schicksal hatte andere Pläne für uns. Unser Bus erlitt eine Panne, die zwar zu- nächst für einige Aufregung sorgte, uns letztlich aber nicht die Laune verder- ben konnte. Denn stattdessen verbrachten wir einen unerwartet schönen Nach- mittag in einer lebhaften Straße voller Restaurants und Cafés in einer Stadt, die davon abgesehen schon voll im Wochenend-Modus war.

Am späten Nachmittag ging es dann weiter nach Christiansfeld, wo wir in zwei Gruppen aufgeteilt im Brødremenighedens Hotel und im nahegelegenen Scandic Hotel in Kolding eincheckten. Der Tag klang mit einem gemeinsamen Abendessen in geselliger Runde aus. Bei hervorragendem Essen und angereg- ten Gesprächen genossen wir die Gastfreundschaft des Hotels und natürlich auch wieder die Qualität der dänischen Küche.

Kultur und Kulinarik in Christiansfeld

Nach einer ruhigen Nacht und einem reichhaltigen Frühstück im Hotel stand der Vormittag zur freien Verfügung. Einige von uns nutzten die Gelegen- heit, um einen Gottesdienst zu besuchen, bevor wir uns zu einem geführten Stadtrundgang in Christiansfeld trafen. Und auch diese Führung war absolut faszinierend, auch diese Fremdenführerin war einfach brillant. Christiansfeld, das 1773 von der Herrnhuter Brüdergemeine gegründet wurde, ist berühmt für seine einheitliche Architektur und den einzigartigen Stadtplan, der die christ- lichen Ideale der Gemeinschaft widerspiegelt. Die Stadt ist so gut erhalten, dass sie 2015 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Obwohl sonntags nicht viel los war und die Gebäude auf den ersten Blick vielleicht unspektakulär wirkten, entfaltete sich deren wahre Schönheit durch das Wissen, das uns unsere großartige Führerin vermittelte. Die Geschichte der Kirche, der Bruderschaften, der Häuser und des Friedhofs wurde uns eindrucksvoll nähergebracht und hinterließ einen tiefen Eindruck.

Zum Mittagessen kehrten wir im Thystrup Kro ein, wo uns eine Frokost- platte serviert wurde, die einmal mehr unter Beweis stellte, dass die dänische Küche ein reicher, vielschichtiger und gleichzeitig angenehm feiner Genuss ist. Und wie hübsch das Essen aussah! Wir alle könnten mühelos als Food-Influen- cer durchstarten, wenn jede Mahlzeit in unserem Leben so großartig wäre (und wenn wir sie dann auch immer auf Instagram zeigten).

Gegen 15 Uhr traten wir schließlich die Rückreise nach Hamburg an. Am Abend erreichten wir wohlbehalten, satt und erfüllt von den vielen Eindrücken Hamburg. Ein großer Dank gebührt natürlich unseren beiden Guides, die die Tage so besonders gemacht haben, unserem Busfahrer, der die Panne souverän meisterte und uns sicher nach Dänemark und zurück brachte – und Bruno, der trotz großer Hürden und organisatorischer Mühen das Wochenende organisiert hat. Danke, Bruno – mange tak! Wir freuen uns schon auf die nächste Reise!

Marohn jagte uns durch einen wirklich spannenden Vortrag, der es schaffte, das beinahe Unbegreifliche anfassbar zu machen. Der längste Absenktunnel der Welt ist gleichzeitig das größte Infrastruktur-Projekt Nordeuropas, und was Ingenieurinnen und Ingenieure da an Cleverness und Planung reingesteckt haben, ist schon einmalig. Ein paar beeindruckende Kostproben? Gerne: Hier gibt es einen Bagger mit einer Schaufel, die so groß ist, dass man einen ihrer Aushübe in Schubkarren umladen und die ums gesamte HSV-Feld gruppieren könnte. Die Fertigbauteile werden vor Ort hergestellt, dafür wurde die größte Betonfabrik der Welt gebaut. Gearbeitet wird rund um die Uhr, ein Tunnel- element ist nach neun Wochen fertig und wiegt mehr als 63.000 Tonnen. 19 Millionen Kubikmeter Meeresboden werden insgesamt bewegt. Jeder, der mal ein Reihenhaus renoviert hat, kann über solche Höchstleistungen nur ungläubig den Kopf schütteln!

Ist der Tunnel dann am Meeresboden, wird er mit einer Gesteinsschicht bedeckt. Im Laufe der Zeit wird Sand drauf liegen und das Meer sich den Raum so zurückerobern.

2029 soll alles fertig sein; dann gelangt man in nur zweieinhalb Stunden von Hamburg nach Kopenhagen. Und die Finanzierung? Ist auch schon gesichert. Nicht über Steuereinnahmen, denn dann müssten auch die Däninnen und Dänen mitzahlen, die ihn nie benutzen. Sondern über eine Maut. Auch darüber staunen Hauseigentümer: Nach 30 Jahren soll der XXL-Bau abbezahlt sein; bei mehr als 120 Jahren erwarteter Lebensdauer ist das ein gutes Geschäft.

Am meisten Probleme sahen viele Menschen übrigens in der Belastung der Umwelt. Auch hier wird der Bau denkbar engmaschig überwacht und viele, viele Auflagen beachtet. Da es sich um ein grenzüberschreitendes Bauwerk handelt, müssen dabei die deutschen, dänischen und europäischen Umweltgesetze eingehalten werden. Am Ende spart die neue Verbindung 160 Strecken- kilometer, holt Schwerlastverkehr zurück auf die Schiene und fördert den Bahnverkehr quer durch Europa. Das spart Massen CO2 !

Da mutete das Vorhaben von deutscher Seite fast schon überschaubar an – aber eben auch nur fast. Wir haben einen Vergleich herausgesucht: Noch im Jahr 2022 projektierte das Verkehrsministerium unter Volker Wissing (FDP) gerade mal 74 Kilometer Neubau-Gleise – für ganz Deutschland! Nach 1955 wurden in 70 Jahren ganze 15.000 Kilometer Gleise in Deutschland stillgelegt. Da ist das norddeutsche Megaprojekt ein echter Kurswechsel, denn satte 88 Kilometer zwischen Lübeck und Puttgarden auf Fehmarn werden nun zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert. Klar, dass auch hier Naturschutz und Anwohnerkommunikation große Themen sind. Auch wenn die dänische Seite früher dran war: Referentin Jutta Heine-Seela von der Deutschen Bahn versicherte, dass alles gleichzeitig fertig sein wird. Eine witzige Anekdote hatte sie auch im Gepäck: Die Riffsteine, die die Bahn kaufen wollte, um Natur wiederherzustellen, waren schwer zu kriegen. Der Grund: Dänemark hatte den Markt schon beinahe leergekauft.

Dieser Abend war fesselnd und machte vor allem Lust auf 2029, auf Lolland, Kopenhagen und ein Europa, das noch näher zusammenwächst. Wir sagen noch mal danke für die beiden tollen Vorträge!

Foto: © Femern A/S

Wir durften sie für die DDV Mitteilungen im Vorwege besuchen und über den Vortrag sprechen. Und allein der Besuch war wie eine Kurzreise nach Dänemark. Ihr Zuhause ist ganz und gar dänisch eingerichtet, bis zu den hübschen Untersetzern für Tassen und Gläser. Und auch das Lebensgefühl, ihre Gastfreundschaft: so hygge! Selbst der Dackel bekommt ein Körbchen und – das machen nur echte Kenner*innen! – ein Stückchen Käse, die Besucher köstlichen Kuchen und leckeren Kaffee.

Nicht weniger sympathisch und liebevoll war Erikas Vortrag. Sie begann ihn nicht direkt mit ihrer Liebe zu unserem Nachbarland, sondern leitete in ihrer Geschichte dazu hin. Denn mit der Hochzeitsreise kam ziemlich schnell nach ihrer großen auch eine zweite Liebe zu Erika: Dänemark.

Was für ein unterhaltsamer, kluger und gleichzeitig sympathischer Vortrag, der eine richtig gute Einladung dazu war, uns alle noch ein bisschen näher kennenzulernen. Denn im Anschluss gab es nicht nur leckeres Essen, sondern auch Fotoalben und super spannende Geschichten von einmaligen Reisen und Lebensabschnitten in Dänemark von anderen Vereinsmitgliedern.

Fast wollen wir sagen: Fortsetzung folgt. Denn an diesem Abend kam heraus: In unserem Verein schlummern noch viele spannende Geschichten.

Der Zauber des Abends fing schon bei der Gestaltung an: Bruno hatte orga- nisiert, Birgitte sorgte super für unser leibliches Wohl – und was war das für ein herrliches Ambiente, die Tische waren sternförmig angeordnet, opulent weihnachtlich geschmückt und liebevoll gedeckt und dekoriert von Anke und Reinhold. Vorher aber führte Torkild mit einem bezaubernden Mix aus Vortrag und Liedern durch den Abend. Dänische Weihnachtslieder, für die es ein groß- artig vorbereitetes Heft mit Noten und Text gab, so macht Weihnachten richtig viel Freude.

Entworfen wurde das Gebäude vom Kopenhagener Architekt Henning Larsen, unter anderem bekannt durch die Königliche Oper in Kopenhagen und die zusammen mit Ólafur Elíasson entworfene Konzerthalle Harpa in Reykjavík. In

Doch von Anfang an: Die Führung selbst war schon ein Geschenk, denn öffentlich zugänglich ist das Gebäude nicht, und auch eine solche Führung kann man eigentlich nicht buchen. Aber für den Deutsch-Dänischen Verein machte Martin U. Müller eine Ausnahme – und so rückten wir tatsächlich mit knapp 50 Mitgliedern an, um uns die dänische Architektur aus dem Kopenhagener Büro Hennig Larsen Architects zeigen zu lassen. Es genüge ein Wort: beeindruckend! Das gilt auch für das Interieur, zu dem ein Teil der berühmten SPIEGEL-Kantine des ikonischen dänischen Designers Verner Panton ebenso gehört wie eine schier unglaubliche Ansammlung „Egg“-Chairs von Arne Jacobsen. Das ist mal ein einmaliges Stück Dänemark mitten in Hamburg!

Ebenso informativ wie unterhaltsam bekamen wir auf dem Weg in den Konferenzraum einen historischen Abriss darüber, wie der SPIEGEL gegründet, das Gebäude gebaut wurde und warum zum Beispiel keine Fahrradständer davorstehen.

Im Konferenzraum angekommen, bekamen wir einen Einblick in die Arbeitsweise des SPIEGEL. Warum nehmen die Redakteur:innen nie an Pressekonferenzen teil? Woher kommen eigentlich Tippgeber und warum geben sie Informationen preis? Wieso ist ein Anwaltsschreiben ein erster Hinweis darauf, dass eine Recherche in die richtige Richtung läuft? Und wann ist ein Skandal endgültig vorbei? Auf diese und viel mehr Fragen bekamen wir unter- haltsam aufbereitete Antworten.

Ein großartiger Abend, für den wir enorm dankbar waren!

Kurz zusammengefasst: Die Bauern in der Marsch wurden damals sehr wohlhabend, weil sie die Nähe zum reichen Hamburg nutzten, das über die Wasserwege kaum einen Tag entfernt lag. Für den dortigen Markt züchteten sie zum Beispiel Erdbeeren, die die Hamburger ihnen buchstäblich einzeln in Gold aufwogen. Im Inneren des Hauses zeigten die Landwirte ihren Wohlstand:

Mit teuersten Fliesen – im Altenteil, in dem nicht nur der alte Bauer mit seiner Frau lebte, sondern auch Dutzende Stubenküken, die es nicht zu zertreten galt. Deshalb gab es einen eigenen Zugang, der durch die Räume des Hoferben führte, und diese Begegnungen, wenn man als alter Bauer schon mal da war, ... wohl oft genug zu abendlichen Diskussionen darüber, wie der Hof zu führen sei.

So geht nur eine der erstaunlichen Ketten, die Torkild da am laufenden, genau: Band, formt und auf diese Art das Leben, den Kampf und die Sehnsüchte der Menschen von damals unfassbar lebendig werden lässt. Wie nebenbei erklärt er noch inneneinrichterische Spitzfindigkeiten: Eine zu hoch getischlerte Sitzfläche etwa war damals Kalkül!

Weil die durch den Druck der Kante auf die Kniekehlen einen unangenehmen venösen Blutstau verursacht, war hier nicht lange gut zu sitzen. Sie barg im Inneren die Küken und war als Sitzgelegenheit ungebetenen Besuchern vorbe- halten, die so schneller den Drang haben sollten, den Weg wieder nach draußen zu finden. Doppelt praktisch! Nie ist Geschichtskunde spannender als mit einem solchen „Referenten“, der Erzähler, Antwortgeber und Unterhalter zugleich ist.

Und als wäre das nicht mehr als genug, tischte Torkild wahrhaftig groß auf. Als Aperitif hatte er uns schon mit einem köstlichen, selbstgemachten und an- genehm heißen Saft aus Äpfeln und Birnen begrüßt, und nach der Führung gab es ein großartiges Menü, für das er sehr lange in seiner Küche gestanden haben muss und das uns aus dem harten Leben auf der Hofstelle zurückkatapultierte in ein herrliches Dasein im Heute mit einem Verein, der wirklich Spaß macht.

Gebratenes Sellerieschnitzel mit Kräutercreme, ein Teller mit Fisch, Kartof- felsalat, Zwiebelringen, Radieschen, eingelegtem Kürbis, hartgekochtem Ei und Birne – das war nichts anderes als nordisch köstlich! Und danach gab es eine perfekte dänische Hühnersuppe. Als Dessert opferte Torkild Obst aus dem eige- nen Garten, das er eingelegt hatte – zusammen mit einem Klecks Schlagsahne glaubten wir dem Himmel fast näher zu sein als die, die in Erwartung der Heim- holung mit den Füßen nach Osten schliefen auf der Hofstelle im Rieck Haus.

Wir verließen das alte Gebäude voller Wissen, gut gesättigt und mit einer großen Portion Dankbarkeit über den großartigen Tag, den Torkild uns bereitet hatte.

 

Foto: © Bergdörfer Museumslandschaft